Verzicht auf organisierte Spielbesuche

Gude Sportvereinfans,

die Situation innerhalb und um den Fußball herum bleibt aufgrund der anhaltenden Pandemie ungewiss. Klar ist jedoch, dass das aktuelle Geschehen rund um den (Profi-)Fußball für uns alles andere als zufriedenstellend ist. Dass es in diesen außergewöhnlichen Zeiten besondere Maßnahmen und ein hohes Maß an sozialer Verantwortung braucht, steht außer Frage. Dies führt aktuell zu massiven Einschnitten bzw. Einschränkungen, was das Ausleben der Fankultur betrifft. Diese Einschränkungen, welche im Anbetracht der Pandemie durchaus nachvollziehbar sind, führen jedoch dazu, dass das Ausleben der Fankultur in der gewohnten Art und Weise samt der dazugehörigen Dynamiken und Emotionen nicht möglich ist.  Da die Fankultur bzw. das Ausleben eben dieser für uns einen zentralen Stellenwert in unseren Leben einnimmt, haben wir uns als Gruppe dazu entschlossen vorerst dem Stadion fernzubleiben und auf einen organisierten Support – akustisch wie optisch – zu verzichten. Denn es sind gerade die wehenden Fahnen, das lautstarke Anfeuern der eigenen Mannschaft sowie das kollektive Eskalieren im Fanblock, die den Fußball überhaupt erst so liebens- und lebenswert machen. Wir hoffen inständig, dass wir bald unserer Leidenschaft wieder in gewohnter Form nachgehen können.

Allerdings kommen neben den Einschränkungen hinsichtlich der Fankultur noch weitere Aspekte hinzu, die uns dazu bewegen dem Stadion aktuell fernzubleiben. Die Pandemie hat mehr als deutlich gemacht, dass soziale Verantwortung übernommen und Solidarität gelebt werden muss – sowohl im Fußball als auch gesamtgesellschaftlich. Die Pandemie hat insbesondere die Schwächen des Profifußballs, auf die seitens der Fans seit Jahren hingewiesen wird,  deutlich werden lassen. Wir möchten an dieser Stelle nicht erneut alle Argumente wiederholen, die schon von anderen Gruppen oder Zusammenschlüssen vorgebracht wurden [1]. Dennoch ist für uns klar, dass der (Profi-)Fußball reformiert werden muss, um in allen Bereichen nachhaltiger zu werden und seiner sozialen Verantwortung gerecht zu werden.  Zwar gestehen die Verbände ein, dass Reformen notwendig sind, aber ob es sich hierbei um mehr als nur Lippenbekenntnisse handelt, muss die Zeit zeigen. Es wird Zeit, dass die Verbände auf die Fans zugehen und die diese aktiv in die notwendige Umgestaltung des Fußballs miteinbeziehen. Die gesellschaftliche Verantwortung des Fußballs, die auch seitens verschiedener Funktionäre immer wieder beschworen wird, muss mehr sein als eine leere Worthülse. Es müssen Taten folgen!

In diesem Sinne: Bleibt gesund und passt auf euch auf. Wir freuen uns schon darauf irgendwann wieder gemeinsam mit euch im Block zu stehen, unser Team anzufeuern und leidenschaftlich unsere Vereinsliebe auszuleben.

[1] Siehe beispielsweise: https://unserfussball.jetzt/#erkl